Donnerstag, 10. November 2011

Das tägliche Leben Deiner Milch-Spenderin, einer ganz normalen Kuh!



Das unbekannte Leben der Kühe

Eine Kuh, die zufrieden wiederkaut, mag vielleicht aussehen wie Susi Sorglos, aber hinter diesen großen braunen Augen, die schon der griechischen Göttin Hera den wundervollen Beinamen „die Kuhäugige“ für ihre Schönheit gaben, geht eine Menge vor. Kühe sind genauso verschieden wie Hunde, Katzen und Menschen: Manche sind klug, andere lernen eher langsam. Manche sind kühn und auf Abenteuer aus, andere sind schüchtern und zurückhaltend. Manche sind freundlich und besonnen, andere großspurig und verschlagen. Nach Angaben der Öko-Farmerin Rosamund Young, Autorin des Buches The Secret Lives of Cows (Das geheime Leben der Kühe), können Kühe “hochintelligent, mäßig intelligent oder begriffsstutzig sein; freundlich, besonnen, aggressiv, fügsam, erfindungsreich, langweilig, stolz oder schüchtern.”

Aber Kühe weisen nicht nur eine ausgeprägte Persönlichkeit auf, sondern sind, so die jüngste Forschung, auch sehr intelligente Tiere mit einem Langzeitgedächtnis. Tierverhaltensforscher haben herausgefunden, dass Kühe auf sozial komplexe Weise interagieren, im Laufe der Zeit Freundschaften entwickeln, zuweilen Kühen grollen, die sie schlecht behandelt haben, und innerhalb ihrer Herden soziale Hierarchien bilden. Sie verfügen über eine Vielzahl an Emotionen und die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können.
Tiere mit Grips
Kühe lieben Herausforderungen und empfinden es als aufregend, so die Wissenschaftler, eine Aufgabe gelöst zu haben oder ihren Intellekt zu nutzen, um ein Hindernis zu überwinden. In einem Artikel über die Intelligenz von Kühen schreibt ein Reporter, dass “Donald Broom, Professor für Tierschutz an der Cambridge University, den Konferenzteilnehmern vermittelt, wie aufgeregt Kühe werden können, wenn sie ein Problem gelöst haben, das eine intellektuelle Herausforderung war. In einer Studie stellten die Forscher Kühe vor eine echte Herausforderung: Sie mussten herausfinden, wie man eine Tür öffnet, um an Futter zu gelangen. Es wurde ein Elektroenzephalograph eingesetzt, um die Gehirnströme zu messen. ‘Die Gehirnströme zeigten ihre Freude; ihr Puls ging rauf und einige machten sogar einen Luftsprung. Wir nannten es ihren Eureka-Moment’, so Professor Broom.”

Die Forschung belegt, dass Kühe ganz eindeutig den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung kennen - ein absolut zuverlässiges Zeichen für das Vorhandensein fortgeschrittener kognitiver Fähigkeiten. So können Kühe beispielsweise lernen, wie man einen Hebel betätigt, um einen Trinkbrunnen zu aktivieren, wenn sie durstig sind, oder mit dem Kopf einen Knopf drückt, um an Getreide zu gelangen, wenn sie Hunger haben. Wie Menschen und andere Tiere lernen auch Kühe schnell, Dingen fernzubleiben, die ihnen wehtun, wie z.B. Elektrozäune und bösartige Menschen.

Aufgrund ihrer komplexen sozialen Interaktionen besitzen Kühe auch die Fähigkeit, voneinander zu lernen, ein weiteres Anzeichen für ihre Intelligenz, die vergleichbar ist mit der eines Hundes und etwas höher angesiedelt als bei einer Katze. Nach Angaben der Humane Society of the United States (Amerikanischer Tierschutzbund), lernt der Rest einer Kuhherde daraus, wenn eine einzelne Kuh an einem Elektrozaun einen Schlag bekommt, und wird ihn folglich meiden. Nur ein kleiner Teil der Herde wird daher jemals einen Schlag bekommen.

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